Ich habe mir vor meinem Yoga Teacher Training viele Gedanken dazu gemacht, ob ich wirklich schon bereit für eine Yoga-Ausbildung bin. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht sonderlich lange Yoga praktiziert und mich auch wenig mit den spirituellen Aspekten des Yoga beschäftigt. Daher ich hatte viele Fragen im Kopf: Bin ich schon erfahren genug, um überhaupt die Ausbildung zu bestehen? Bin ich körperlich fit genug? Werden alle anderen in meinem Yoga Teacher Training „besser“ sein als ich? Was passiert, wenn ich eine Pose einfach nicht schaffe? Falle ich dann durch die Ausbildung durch?

Mit diesem Beitrag möchte ich dir helfen, herauszufinden, ob du bereit für deine Yoga-Ausbildung bist. Außerdem möchte ich dir ein paar Tipps für mehr Gelassenheit auf den Weg geben, um deine Zweifel und Sorgen aus dem Weg zu räumen.

Yogalehrerin in Yoga-Ausbildung

An diesen 6 Zeichen erkennst du, dass du bereit für deine Yoga-Ausbildung bist:

Du hast Freude an Yoga und möchtest dich näher damit beschäftigen

Dass du Spaß am Yoga hast und mehr darüber erfahren möchtest, ist natürlich eine Grundvoraussetzung, die erfüllt sein sollte, bevor du deine Yoga-Ausbildung angehst. Du möchtest wissen, was der Begriff „Yoga“ außer der Asana-Praxis sonst noch bedeutet? Einmal pro Woche am Yogakurs in deinem Studio teilzunehmen reicht dir einfach nicht mehr aus? Du möchtest auch mehr über die philosophischen und spirituellen Aspekte von Yoga erfahren? Dich interessiert die Anatomie des Körpers und wie du diese Kenntnisse in deiner Yogapraxis anwenden kannst? Du könntest dir vielleicht sogar vorstellen, selbst Yoga zu unterrichten?

Wenn Yoga deine Leidenschaft ist und du dich näher damit auseinandersetzen möchtest, dann ist eine Yoga-Ausbildung genau das Richtige für dich.

Du hast bereits einige Monate Yoga-Erfahrung

Du solltest einige Monate Yoga-Erfahrung mitbringen, bevor du deine Ausbildung startest. Aber du musst bei Weitem kein Yoga-Profi sein. Bereits zu Beginn der Ausbildung wurden mir die Zweifel genommen, dass meine Yoga-Erfahrung nicht ausreichen würde, um Yogalehrerin zu werden. Unsere Trainerin hat uns gleich am Anfang klar gemacht, dass wir nicht selber alle Asanas ausführen können müssen, um Yoga zu unterrichten.

Schnell hat sich in unserer Gruppe herausgestellt, dass jeder unter den Posen seine Lieblingsposen hat, die er besonders gut kann. Aber jeder hatte auch seine Schwachstellen in bestimmten Gebieten. Nicht nur in der Yogapraxis, sondern auch in den anderen Fächern wie Anatomie oder Philosophie. Und das ist völlig in Ordnung! Es ist keinesfalls notwendig, die ausgefallensten akrobatischen Posen zu meistern, um Yogalehrer zu werden. Außerdem machst du ja gerade aus dem Grund dein Yoga Teacher Training, um etwas dazu zu lernen und deine eigene Praxis zu vertiefen und zu verbessern.

Natürlich ist es hilfreich, wenn du die Pose demonstrieren kannst. Aber es ist wichtiger, dass du am Ende deiner Ausbildung deine Schüler sicher in eine Pose hereinbringen, halten und herausbringen kannst. Ich konnte beispielsweise auch am Ende meiner Ausbildung noch keinen Kopfstand und habe trotzdem meine Ausbildung bestanden.

Die meisten Yoga-Schulen geben unter den Voraussetzungen für ihre angebotene Yoga-Ausbildung an, wie viel Erfahrung du mitbringen musst. Für mein 200-Stunden Yoga Teacher Training waren mindestens 6 Monate regelmäßige Yoga-Erfahrung gefordert. Es gibt natürlich aber auch Ausbildungen, die mehr Erfahrung voraussetzen. Wenn du dir unsicher bist, kontaktiere einfach die Yoga-Schule, bei der du die Ausbildung machen möchtest. Hier kannst du deine Zweifel und Sorgen offen ansprechen.

Puja-Ritual

Du möchtest deine Leidenschaft für Yoga mit anderen Menschen teilen

Du hast deine Leidenschaft für Yoga entdeckt und all die Vorteile erfahren, die Yoga in dein Leben gebracht hat. Nun möchtest du nicht nur selbst von all den positiven Eigenschaften von Yoga profitieren, sondern dies mit anderen Menschen teilen. Diese Leidenschaft könntest du in einer Yoga-Ausbildung und daran anschließend dem Lehren des Yoga wunderbar weitergeben. Als Yogalehrerin hast du die Möglichkeit, deine Stunden so zu gestalten, dass deine Schüler möglichst viel von den Vorteilen von Yoga profitieren. So kannst du sie inspirieren und mit deiner Leidenschaft anstecken.

Du besitzt eine gewisse Grundfitness und –beweglichkeit

Wie schon im vorherigen Abschnitt beschrieben, musst du keine wahnsinnigen Verrenkungen können oder Leistungssportler sein, um Yogalehrerin zu werden. Aber du solltest natürlich eine gewisse Grundfitness und eine Grundbeweglichkeit mitbringen. Wenn du bereits seit einigen Monaten regelmäßig Yoga praktizierst, erfüllst du diese Voraussetzung vermutlich. Eine Yoga-Ausbildung ist anstrengend und nichts für Couchpotatoes. Du wirst (sehr) früh morgens aufstehen und dein Tag ist größtenteils durchgetaktet mit Unterrichtseinheiten. (Einen beispielhaften Tagesablauf eines Yoga Teacher Trainings findest du übrigens hier). An einigen Tagen haben wir bis zu vier Stunden körperlich Yoga praktiziert, und das jeden Tag außer sonntags.

Solltest du deine Ausbildung in einem anderen Land absolvieren, das vielleicht ein etwas tropischeres Klima hat, kann dieser Klimawechsel ebenfalls zusätzliche Anstrengung bedeuten. Während meiner Ausbildung auf Bali war es immer ca. 30 Grad warm und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Bei diesen Bedingungen kommt man natürlich schneller ins Schwitzen, als im eher kühlen Deutschland.

Zu der körperlichen Anstrengung während einer Yoga-Ausbildung kommt noch die mentale Anstrengung hinzu. Diese sollte nicht außer Acht gelassen werden. Zum einen lernst du in kurzer Zeit unglaublich viel, was es zu verarbeiten gilt. Auf der anderen Seite ist eine solche Ausbildung auch emotional aufwühlend, weil man viel mit und an sich selbst arbeitet. Du solltest also sowohl körperlich als auch mental vorbereitet sein.

Yogaschüler bei Kopfstand in Yoga-Ausbildung

Du bist bereit, viel Zeit und Geld in deine Yoga-Ausbildung zu stecken

Eine Yoga-Ausbildung ist zeit- und geldintensiv. Egal, ob du die Ausbildung gestreckt über ein oder zwei Jahre ausübst oder als Intensivkurs in einem Vollzeit-Monat absolvierst. Du wirst viele Wochenenden oder einige Wochen deines Jahresurlaubs für die Ausbildung aufwenden müssen. Hinzu kommt die Zeit, die du für die Vorbereitung investieren wirst. Viele Yoga-Schulen erwarten, dass man sich vor der Ausbildung bereits in einige Kursliteratur einliest. Und vermutlich wirst du vor dem Beginn des Yoga Teacher Trainings sogar noch mehr Yoga praktizieren als sonst, um dich besser vorbereitet zu fühlen.

Zusätzlich zu der Zeitinvestition kostet eine Yoga-Ausbildung natürlich auch noch Geld und das nicht gerade wenig. Für die meisten 200-Stunden Yoga-Ausbildungen musst du im Schnitt mit 2.000 – 4.000 € Ausbildungskosten rechnen. Dann wirst du dir vielleicht noch Kursmaterialien anschaffen müssen, wie Bücher oder Utensilien wie einen Yoga-Gurt oder –Block. Solltest du deine Yoga-Ausbildung als Intensivkurs im Ausland absolvieren, kommen auch noch Reisekosten hinzu, die du beachten solltest.

Für Aus- und Weiterbildung sind Zeit und Geld grundsätzlich gut investiert, gerade wenn es dir eine Herzensangelegenheit ist. Dennoch solltest du dir bewusst machen, wie viel Zeit und Geld du in deine Yoga-Ausbildung stecken wirst und gut überlegen, ob dies es dir wert ist.

Du bist offen, dich auf das Abenteuer Yoga-Ausbildung einzulassen

Eine Yoga-Ausbildung ist in der Tat ein Abenteuer. Oftmals wird ein Yoga Teacher Training sogar als „lebensverändernde Erfahrung“ beschrieben. Das mag für einige Yoga-Schüler so sein, für andere ist diese Bezeichnung vielleicht etwas hochgegriffen. Ob sich dein ganzes Leben verändert, kannst nur du selbst herausfinden. Aber einige Aspekte werden sich sicherlich verändern: Du wirst dich enorm weiterentwickeln was deine Yogapraxis und deine Kenntnisse über diese Lebensweise angeht. Du wirst neue Bekanntschaften machen und vielleicht sogar tiefe Freundschaften entwickeln. Vielleicht integrierst du neue Rituale in deinen Alltag ein, wie regelmäßige Meditation oder hin und wieder ein Puja-Ritual. Du reflektierst dich selbst und vielleicht kommen sogar Gefühle oder Gedanken hoch, die du lange nicht zugelassen hast. Du wirst über dich hinauswachsen und Dinge schaffen, die du vorher nicht für möglich gehalten hättest. Und vielleicht veränderst du dich nach deiner Ausbildung sogar beruflich und arbeitest danach als Yogalehrerin. Du wirst deine Komfortzone verlassen müssen, sowohl körperlich als auch emotional.

Bist du bereit für dein Yoga-Abenteuer?

Du bist dir noch unschlüssig ob eine Yoga-Ausbildung wirklich das Richtige für dich ist? In diesem Video von Rochelle Fox, Gründerin Meditationsschule Mindspo, erhältst du einen Einblick, wie ein Tag als Yoga-Schüler aussehen könnte:

Yoga Teacher Training in Bali – Ein Tag im Lebens eines Yoga-Schülers

Abschließend möchte ich dir noch drei Tipps aus meiner Erfahrung mit auf den Weg geben, falls du dir bezüglich deiner Yoga-Ausbildung noch unentschlossen bist.

3 Tipps für mehr Gelassenheit in der Vorbereitung auf deine Yoga-Ausbildung

Tipp 1: Du musst nicht die Ambition haben, als Yogalehrer arbeiten zu wollen, um eine Yoga-Ausbildung zu machen!

Dieser Tipp mag widersprüchlich klingen, ist aber für viele Menschen relevant, die über eine Yoga-Ausbildung nachdenken. Vor meiner Yoga-Ausbildung habe ich mich damit unter Druck gesetzt, dass ich eigentlich gar nicht Yogalehrerin sein wollte. Ich wollte die Ausbildung nur für mich machen, um meine eigene Praxis zu verbessern und mehr über Yoga zu erfahren. Dies ließ mich zweifeln, ob eine Yoga-Ausbildung dann wirklich das Richtige für mich ist. Was werden die anderen Schüler und die Trainer über mich denken? Werde ich zu der Ausbildung überhaupt zugelassen, wenn ich gar nicht wirklich Yoga unterrichten möchte? Falls dich diese Gedanken auch beschäftigen, lass dir gesagt sein, dass es vielen Schülern vor ihrer Ausbildung so geht. Und dies ist kein Grund, die Ausbildung nicht zu machen.

Am Anfang meiner Ausbildung wurden wir alle gefragt, ob wir nach dem Yoga Teacher Training als Lehrer unterrichten wollen. Die absolute Minderheit hat hier ihre Hand gehoben. Den meisten ging es so wie mir, dass sie die Ausbildung mehr für sich selber machen wollten. Und das ist auch völlig ok so. Vielleicht änderst du während der Ausbildung deine Meinung, und möchtest danach doch Yoga selber unterrichten. Super! Vielleicht bleibst du aber auch bei deiner ursprünglichen Ansicht und praktizierst weiterhin lieber für dich selbst. Und das ist genauso super!

Tipp 2: Vergleiche dich nicht mit anderen!

Du hast Zweifel, ob du wirklich „gut genug“ bist, um eine Yoga-Ausbildung zu beginnen? Vielleicht weil andere Teilnehmer in deinem Yogakurs viel „besser“ sind als du? Jeder Mensch ist einzigartig und jeder hat andere Grundvoraussetzungen und andere Körper, womöglich sogar Verletzungen oder Vorerkrankungen. Vielleicht praktizieren deine Matten-Nachbarn in deinem Yogastudio bereits seit 10 Jahren regelmäßig Yoga, weshalb es nur natürlich ist, dass sie die eine oder andere Asana schneller meistern als du. Lass dich davon jedoch nicht unterkriegen oder unter Druck setzen und zweifle nicht an dir selbst. Du bist genau so weit, wie du sein sollst. Außerdem ist die Yoga-Ausbildung ja dazu da, dich weiterzubringen in deiner Yogapraxis. Nach der Ausbildung wirst du deutlich erfahrener und selbstsicherer sein.

Tipp 3: Hör auf dein Herz und vertraue dir selbst!

Du hast immer noch Zweifel, ob du den Weg zum Yogalehrerin wirklich gehen sollst? Du fühlst dich noch nicht fit genug oder weit genug in deiner Yogapraxis? Oder hast du vielleicht Bedenken, was deine Freunde oder Familie sagen? Du willst vielleicht doch noch ein oder zwei Jahre warten? Wenn du dir denkst, dass du „irgendwann auch einmal eine Yoga-Ausbildung machen“ möchtest, dann beginne jetzt damit, dich mit der Ausbildung zu beschäftigen. Es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt für deine Yoga-Ausbildung. Wenn dich der Gedanke, Yogalehrerin zu werden, einfach nicht loslässt, dann wird es einen Grund dafür geben. Hör auf dein Herz, es wird die richtige Entscheidung treffen.

Wenn du nun überzeugt bist, dass du bereit für deine Yoga-Ausbildung bist, dann findest du hier Tipps dazu, wie du die passende Ausbildung für dich findest.

Yogalehrerin hilft Yogaschülerin bei Yoga-Ausbildung

1 Kommentar

Lili · 23. November 2020 um 16:57

Hallo liebe Frauke,
das hast du so schön geschrieben und bringt es einfach auf den Punkt! Viele dieser Fragen haben mich selbst auch vor meiner Entscheidung eine Yogalehrer-Ausbildung zu machen, sehr lange beschäftigt und ich denke dieser Beitrag hilft sicher Vielen weiter, Liebe Grüße, Lili

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